NachrichtenMissionStiftungsthemenStiftungszieleStiftungsaufgabenGeschichteHistory (engl.)VorstandKuratoriumEhrenmitgliederEhrenpatenBeiratProjekteStiftungsdatenImpressum


 
Philosophie der Stiftung

In der gesamten Menschheitsgeschichte hat es noch keine vergleichbare Zeit gegeben, in der das Thema Altern und Alter von größerer Bedeutung gewesen wäre als heute. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts hat sich die Lebenserwartung um fast dreißig Jahre erhöht und infolgedessen die Zahl der Älteren ebenfalls spektakulär vergrößert. Schon bald wird die Hälfte der Menschheit über fünfzig Jahre alt sein. Diese historische und einmalige Zäsur gibt offenbar mehr Anlass zu Krisenszenarien als zur Freude über die gewonnene Lebenszeit.

Ungeachtet der Tatsache, dass das Alter zum längsten Lebensabschnitt geworden ist, erfreut es sich in den gesellschaftlichen Debatten keineswegs uneingeschränkter Zustimmung, geschweige denn einer angemessenen Würdigung. In den unsere Wirklichkeit interpretierenden Medien führt es ein gnadenloses Schattendasein und in unserer Berufswelt rangiert es nach wie vor als Auslaufmodell. Im persönlichen Erleben hingegen kann das Leben gar nicht lang genug sein und allen Verlängerungsverheißungen strecken wir begierlich die Hände entgegen.

Die Problematisierung des Alters besitzt eine gewichtige Ursache im Nachlassen der Geburtenraten und der damit verbundenen Verschiebung zwischen den Generationen, wodurch die jahrzehntelang funktionierenden staatlichen Versorgungssysteme ihre Tragfähigkeit einbüßten. Aber nicht das Alter selbst ist der Grund für diese Strukturkrise, sondern unsere Unfähigkeit, uns bei Zeiten politisch und gesellschaftlich auf die Wandlungen unserer Lebenswelt einzulassen.

Personen, die über ein umfangreiches Wertschöpfungspotential verfügen, gerade weil sie die Lebensmitte überschritten haben, bleiben bei unserer Zukunftsgestaltung als aktive Mitspieler noch immer
weitgehend unberücksichtigt. Wir verschließen offenbar die Augen vor den Errungenschaften unserer eigenen Zivilisationsgeschichte und übersehen die neuen Strukturen und das veränderte Ausmaß unserer Lebensmöglichkeiten, die natürlich allen Generationen zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund versteht sich die Stiftung als Anreger, Verstärker und Multiplikator eines neuen Altersbewusstseins, das bereits sichtbar, aber noch nicht verstanden und noch nicht gesellschaftlich zukunftsweisend angewendet wird. Wie Greenpeace für ökologische Nachhaltigkeit, Amnesty International für Menschenrechte und UNICEF für Kinder stehen, sind wir die Verfechter einer neuen Altersvorstellung und Altersintegration. Wir sind die Advokaten jetziger und künftiger Generationen, die in den Genuss und die Verfügungsfreiheit einer veränderten Lebensbiografie kommen wollen. Die Würdigung, Wertschätzung und Wertschöpfung des Alters ist ein intergeneratives Projekt, um den kulturellen Mehrwert aller Lebensalter zu bündeln und gemeinsam unsere Zukunftsentwürfe zu realisieren.

Die Stiftung richtet den Fokus auf Erträge und Beiträge von Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die sich sowohl in ihrer Selbstgestaltung als auch im Umgang mit anderen Generationen verdient gemacht haben. Uns geht es um eine konzertierte Aktion aller Lebensalter, die ihr jeweilig größtes Vermögen oder Human Capital in die Waagschale werfen, um sich gegenseitig Orientierung und Richtung zu verleihen.

 

 

Nachrichten  Stiftungsthemen