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Stiftung Dialog der Generationen übernimmt Schirmherrschaft des Biografiewettbewerbs „Was für ein Leben“

Im Jahr 2006 übernahm die Stiftung Dialog der Generationen die Schirmherrschaft des Biografiewettbewerbs „Was für ein Leben“ in Zusammenarbeit  mit dem Deutschen Historischem Museum Berlin, der Süddeutschen Zeitung, der Zeit-Zeugen-Börse e.V., sowie ad eo Filmbiografien. Bei diesem ungewöhnlichem Wettbewerb waren alle Menschen bundesweit aufgefordert, biografische Skizzen Ihrer Eltern, Grosseltern, Verwandten, Freunden oder auch von sich selbst als Beispiel für einen interessanten Lebenslauf einzureichen. Ziel des Biografie-Wettbewerbs war es, sowohl das Bewusstsein zu stärken, dass auch die Lebensgeschichten von Nicht-Prominenten dokumentierenswert sind, als auch den Dialog der Generationen weiter zu fördern.

Eine Jury wählte dann den interessantesten Lebenslauf aus, der dann zu einem Dokumentarfilm verarbeitet werden wird. Der Kuratoriumspräsident der Stiftung Dialog der Generationen Prof. Dr. Thomas Druyen erklärte zu dem Wettbewerb, man wolle gegen die Tendenz vorgehen, dass nur noch das spektakuläre, inszenierte Leben als erzählenswert angesehen werde.

Bio und Campino sprechen über ihre Leben

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des Biografiewettbewerbs im Deutschen Historischen Museum Berlin traf Kuratoriumsmitglied Alfred Biolek auf den Punkrocksänger Campino.  (Siehe Photo) Anhand von Bioleks Biografie „Bio. Mein Leben“ sprachen sie über ihre Freundschaft und über Parallelen und Unterschiede in ihren Lebensläufen.

Alfred Biolek erzählte von seiner Kindheit im tschechischen Freistadt und zeigte alte Aufnahmen aus dem Filmarchiv seines Vaters. Eine Kindheit, die er als so paradiesisch empfand, dass er viele Werte von seinem konservativ-weltoffenen Elternhaus übernahm. Und beispielsweise mit dem Jurastudium auch beruflich auf den Spuren seines Vaters blieb - trotz frühen Drangs auf die Bühne.

Campino erlebte seine Eltern dagegen als Autoritäten, gegen die man sich auflehnte:  seine Rolle als „Mini-Revoluzzer“ sei ihm allerdings auch durch den Status als jüngstes von sechs Kindern erleichtert worden. Die Familientradition hätten ältere Geschwister für ihn gewahrt – auch Campino stammt nämlich aus einer Juristenfamilie: Vater und Grossvater waren Richter.


Als verbindendes Element ihrer Freundschaft bezeichneten Bio und Campino ihre Erfahrung als Außenseiter. Wobei Campinos Leben die größere Kontinuität zeigt: schließlich wurde er schon mit 13 Jahren Punk. Alfred Bioleks Leben teilt sich dagegen in eines vor und nach 1969, als er durch die Abschaffung des §175 und den Umzug nach München  offener und liberaler zu leben begann.

Pressemitteilung von ad eo Flimbiografien zum Wettbewerb:

And the winner is….

... Anne-Marie Frisch 

Wir wissen, dass nun viele enttäuscht sein werden, an dieser Stelle nicht ihren eigenen Namen zu lesen. Und das können wir gut verstehen. Es gab eine Fülle von sehr spannenden, sehr bewegenden, und in jedem Fall interessanten Biografien. Die Jury hat einvernehmlich festgestellt, dass der Begriff "Wettbewerb" im Zusammenhang mit Biografien ein problematischer ist. So unterschiedliche Lebensverläufe können und sollten auch gar nicht miteinander in Konkurrenz treten, so wie die Jury nicht darüber urteilen konnte und wollte, welches etwa das bessere oder schlechtere Leben war.

Allein das - wenn auch nur skizzenhafte - Aufschreiben der wichtigsten Stationen in ihrem Leben scheint für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein wesentlicher Punkt des Projekts gewesen zu sein, ein guter Anlaß, sich mit seiner eigenen Biografie zu beschäftigen. So ist bereits jetzt ein Mehrwert über den Wettbewerb hinaus entstanden, der möglicherweise noch wächst. Zunächst wird diese Internetpräsenz weiterhin online bleiben. In den nächsten Monaten ist zu entscheiden, was mit den vielen anderen Lebensgeschichten passieren könnte. Vorstellbar wäre beispielsweise der Ausbau zu einem offenen InternetForum oder auch die Archivierung eingereichter Lebensbeschreibungen in Biografieforschungsinstituten. Wir werden zu gegebener Zeit über den aktuellen Stand informieren!

Die Jury aus Deutsches Historisches Museum , Stiftung Dialog der Generationen , ZeitZeugenBörse e.V. und ad.eo filmbiografien gratuliert Anne-Marie Frisch zum Gewinn ihrer Filmbiografie!

 

Begründung zur Jury-Entscheidung:

Die Jury findet, dass in Anne-Marie Frischs Biografie alle Komponenten zum Tragen kommen, die eine Verfilmung interessant machen. So handelt es sich um eine reflektierte Wahrnehmung der Zeit, in der Frau Frisch aufgewachsen ist; in ihrer Biografie spiegeln sich Marksteine der deutschen Geschichte. Weiterhin werden Milieu und Alltag sehr anschaulich geschildert. Anne-Marie Frisch macht eine eindrucksvolle persönliche Entwicklung durch, die im Prinzip bis heute – sie ist 85 Jahre alt - andauert. Ebenso führt sie den Generationendialog fort, da sie in räumlicher Nähe mit Tochter und Enkelkindern lebt und Auseinandersetzungen nie gescheut hat.