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Studie

 

Einführung

Reiche und Vermögende, ihre soziale Position in der Gesellschaft und ihre sinnstiftenden Handlungen rücken zunehmend in den wissenschaftlichen Fokus. Ursächlich hierfür sind differenzierte Wahrnehmungen dieser Gruppe, teils widerkehrende Fragen der Verteilung von Wohlstand und Reichtum sowie die wachsende Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements.

Im Anschluss an den umfassenden Überblick zur Reichtums- und Vermögensforschung der Herausgeber folgen in diesem Band neueste, detallierte Forschungsergebnisse. Basierend auf den Daten der Studie "Vermögen in Deutschland" (ViD) werden vorwiegend aus soziologischer und psychologischer Sicht die Besonderheiten der wohlhabenden und reichen Bevölkerung analysiert. Neben der Untersuchung von Unterschieden zur Mittelschicht, gesellschaftlichem Engagement und Verantwortung werden mentale Typen aus vermögenskultureller Perspektive vorgestellt. Erhältlich ist das Buch hier.

 

Vorwort

Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich die Stiftung im besten Sinne generationsübergreifend und dialogsuchend. Anfänglich spielten die gesellschaftlichen Auswirkungen des demografischen Wandels eine entscheidende Rolle. Die Tatsache, dass in den letzten hundert Jahren die Lebenserwartung durchschnittlich um dreißig Jahre gestiegen ist, hat essentielle Auswirkungen auf die Lebensgestaltung aller Generationen. Wir stehen mehr denn je vor der großen Herausforderung, dieses hinzugewonnene Potential strukturell und gesellschaftspolitisch nutzbar zu machen. Es gibt keinen Zweifel, dass die Lebensverlängerung, die Globalisierung und die Vielzahl neuer technischer Errungenschaften uns ultimativ die Aufgabe stellt, unseren Lebenszyklus zu überdenken und neu zu gestalten.

Angesichts der Notwendigkeit, Ideen zu bündeln sowie der Fülle ungelöster Probleme im Generationendialog haben wir uns vor fünf Jahren entschieden, den Fokus unserer Arbeit auf Transformation und Nachhaltigkeit des Vermögens zwischen den Generationen zu richten. Die Grundlage unseres Bemühens bildet die von Thomas Druyen entwickelte Vermögensphilosophie, die Vermögen vor allem als Qualität und Potential begreift, das in Anspruch genommen und verantwortlich erhalten werden sollte. Diese wertorientierte Wahrnehmung des Vermögens weist über den nur materiellen Reichtumsmythos weit hinaus, so dass nicht mehr die Frage im Vordergrund steht, was jemand hat oder besitzt, sondern was man im Laufe seines Lebens mit und aus seinem Vermögen macht. Insofern konzentriert sich die Stiftung derzeit auf das materielle und immaterielle Geben und Nehmen zwischen den Generationen und versucht, diese zukunftsweisende Vermögenskultur zu verorten und zu belegen.

Diese Intention mündete in die Entscheidung von Vorstand und Kuratorium, die von Thomas Druyen initiierte Vermögensforschung langfristig zu unterstützen. Gemeinsam mit Wolfgang Lauterbach und Matthias Grundmann gründete Druyen im Jahre 2006 das erste „Forum für Vermögensforschung“ an der Universität in Münster. Dies war sozusagen die akademische Initialzündung für den folgenden Ausbau dieser Vermögenswissenschaft. Mit dem im Jahre 2009 erschienenen Buch „Reichtum und Vermögen“, das die wesentlichen Erkenntnisse und Analysen des zuvor in Münster veranstalteten gleichnamigen Kongresses enthält, haben die drei Wissenschaftler einen weiteren Baustein für die Verbreitung dieser Thematik gelegt. Schon im Gründungsjahr des Forums hat die Stiftung gemeinsam mit den eben genannten Direktoren beschlossen, eine Studie mit dem Titel „Vermögen in Deutschland“ zu realisieren.

Für die Stiftung standen hierbei zwei Aspekte vordringlich im Raum: Einmal die Bedeutung von gesellschaftlicher Verantwortung für Reiche und Vermögende zu hinterfragen und zweitens die Entwicklung von der Reichtums- über die Vermögens- bis hin zur Vermögenskulturforschung zu skizzieren. Wir sind stolz, dass wir zu dieser besonderen Untersuchung beitragen konnten, die nun mit einer ersten Studienauswertung hiermit vorgelegt werden kann.

Unser herzlicher Dank gilt den drei Herausgebern dieser Studie; insbesondere dem Initiator der Vermögensphilosophie Thomas Druyen, der diese Thematik unermüdlich voran treibt sowie dem Projektleiter der Studie Wolfgang Lauterbach, der mit seinem Team an der Universität Potsdam diese erste Studie geleitet hat. Das ganze nun vorliegende Material ermöglicht weitere Ausarbeitungen, so dass ergänzende Berichte folgen werden.

Natürlich ist diese wissenschaftliche Förderung nur möglich geworden, weil uns einsichtige Sponsoren tatkräftig unterstützt haben. Unser besonderer Dank gilt hier Frau Monika Schnetkamp und Herrn Jörg Schallehn, ohne deren großartige Zuwendung dieses Projekt nicht hätte realisiert werden können.

Insgesamt darf die Größe der Studie, die Zahl der Interviewten und auch die unterschiedlichen Perspektiven der wissenschaftlichen Betrachtung in aller Zurückhaltung als ein Meilenstein bezeichnet werden. Wenn es gelingt, mit diesen Arbeiten einen transparenten und verantwortungsbewussten Vermögenstransfer zwischen den Generationen zu verstärken - wozu vielfältige Bereitschaft besteht - sind wir im Sinne der gemeinnützigen Verpflichtung der Stiftung  auf einem guten Weg.

 

Prof. Dr. Rüdiger von Rosen

Vorsitzender der Stiftung Dialog der Generationen