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Projekte
Studie

 

Wichtigstes Förderprojekt der Stiftung

Beschreibung der Studie

Ein zentrales Projekt der Stiftung „Dialog der Generationen“ ist die Förderung der Vermögensforschung. Durch die Finanzierung der Stiftung konnten an den Universitäten Münster und Potsdam bereits weit reichende Arbeiten in Form von umfassenden Recherchen zur Vermögensforschung realisiert und das Forschungsfeld neu aufgerollt werden.Die Studie „Vermögen in Deutschland“ („ViD“) bildet dabei das Kernprojekt und somit die Hauptfunktion. Mit ihr unterstützt die Stiftung ein bislang einzigartiges und innovatives Forschungsvorhaben auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Der Dialog zwischen den Generationen ist dabei zentraler Untersuchungsgegenstand der Studie, welche als mündlich-standardisierte Befragung von vermögenden Haushalten und Personen durchgeführt wird. Verschiedenste generationsübergreifende Forschungsfragen stehen im Vordergrund der Untersuchung:

Der wertbezogene Dialog zwischen den Generationen

Die persönliche Werthaltung und -orientierung ist nicht loszulösen von elterlichen Vorstellungen und Erziehungsmethoden. Die Prägung in der Jugend zeigt sich in vielerlei Hinsicht noch im Erwachsenenalter und wirkt sich auf eigene Auffassungen und Erziehungsstile aus. Solche Effekte der Sozialisation sind auch im Sozialverhalten einer Person zu erkennen. „ViD“ untersucht, inwiefern sich die Weitergabe von Werten, Einstellungen und Interessen der Eltern auch auf die Vorstellungen, Wertorientierungen und die soziale Verantwortungsübernahme von Vermögenden auswirkt. Welchen Einfluss hat etwa der Stellenwert, den Eltern Geld und Reichtum beigemessen haben, auf das eigene Verständnis von Vermögen? Wird soziales Engagement in Form von Tradition beziehungsweise Werthaltung zwischen den Generationen weitergegeben? Wird Sparsamkeit übertragen? Beeinflusst eine religiöse Erziehung die Einstellung zur sozialen Gerechtigkeit? Die Beantwortung dieser und vieler weiterer Forschungsfragen wird Aufschluss über den wertebezogenen Dialog der Generationen bringen.

Der materielle Transfer zwischen den Generationen

Der Austausch zwischen Eltern und Kindern, Großeltern und Enkelkindern, Tanten und Neffen und vielen weiteren denkbaren Generationenkonstellationen findet häufig zumindest teilweise durch die Weitergabe von Wertbeständen statt. Dieser Dialog der Generationen in Form von Schenkungen oder Erbschaften, also unabhängig davon, ob er ante oder post mortem praktiziert wird, bietet seit jeher Anlass zu ausgedehnten Gerechtigkeitsdebatten. „Wer hat, dem wird gegeben“ oder „Unverdientes Vermögen“ sind dabei die Schlagworte, die auch in wissenschaftlichen Auseinandersetzungen genannt werden. Welche Rolle ererbtes Vermögen tatsächlich für den Vermögensaufbau spielt,  wird mit den „ViD“ Daten zu beleuchten sein. Auch die persönlichen Gedanken zur Weitergabe des eigenen Vermögens werden mit der Studie aufgegriffen. Wer hat sich mit dieser Thematik bereits auseinandergesetzt, und an wen werden zukünftig die Nachlässe der Vermögenden gehen? Erben und vererben als Verständigung zwischen den Generationen stellt somit eine zentrale Komponente der Studie dar.

Der berufliche und statusbezogene Mobilität zwischen den Generationen

In Deutschland verlaufen intergenerationale Mobilitätsprozesse in Bezug auf die soziale Stellung oder berufliche Situation auf einem vergleichsweise geringen Niveau, frei nach dem Motto „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“. Der Beruf der Eltern, vorwiegend noch immer der des Vaters, wird in sehr vielen Fällen auch von mindestens einem der Kinder ausgeübt. Verschiedenste gesellschaftliche Prozesse verfestigen diese soziale Immobilität zwischen den Generationen. So wirken sich beispielsweise Arbeitsplatzerfahrungen und die eigene Wahrnehmung der Bedeutung von Bildungsabschlüssen und beruflichem Erfolg auf die Erziehungsziele aus und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder eine vergleichbare berufliche Position und einen gesellschaftlichen Status einnehmen wie ihre Eltern. Inwiefern Berufspositionen und Bildungsabschlüsse zwischen den Generationen faktisch variieren bzw. übereinstimmen, ist in „ViD“ eine entscheidende Forschungsfrage.

Der unternehmerische Sinn zwischen den Generationen

Besonders deutlich wird der intergenerative Zusammenhang zwischen beruflichen Situationen, wenn ein Unternehmen, eine freiberuflich Tätigkeit oder ein Geschäft oder Betrieb von der nachfolgenden Familiengeneration fortgeführt wird. Dabei steht in der Vermögensforschung weniger der materielle Wert des Betriebes im Vordergrund, als vielmehr die Weitergabe von unternehmerischem Wissen, Geschäftsideen und Lebensaufgaben. Familienunternehmen sind ein Erfolgskonzept, vor allem in Deutschland, und haben sich im Vergleich zu regulär geführten Firmen als erstaunlich krisenresistent erwiesen. Generationenübergreifendes unternehmerisches Handeln ist nicht nur wirtschaftlich von Interesse, sondern wirft eine Reihe sozialwissenschaftlicher Fragen auf, die mit „ViD“ näher untersucht werden.

Inzwischen konnten die Daten erhoben werden und befinden sich derzeit im Bereinigungsprozess, bevor es demnächst zur Auswertung übergeht. Das seit langem geforderte und von vielen Seiten für unmöglich gehaltene Projekt konnte also realisiert und die Forschungslücke bereits erheblich reduziert werden.

Ergebnisse der Studie sowie die weiteren Vermögens-Forschungsprojekte werden 2009 an dieser Stelle und in der Fachliteratur nachzulesen sein können.